Iris Schürmann-Mock:
MAHLZEIT, KINDER!
Ernährungstips für eilige Eltern
Düsseldorf: 1998, 160 S., Verbraucher-Zentrale NRW
DEM 25,
ISBN: 3923214030
(as) Dieses Buch soll gestreßten Eltern helfen, trotz Zeitmangels Wege zu finden, ihre Kinder optimal zu versorgen. Es will Tips geben zur Unterbringung und Verpflegung außer Haus, sowie Anregungen und Schnellrezepte für die eigene Küche. In einem dazugehörigen Extraheft mit dem Titel Kinder-Mahlzeit soll gezeigt werden, was Kinder selbst mit dem Kochlöffel anfangen können.
Ilse Schürmann-Mock zeigt in den ersten Kapiteln Wege auf, wie und wo man Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder finden kann oder wie man am besten selbst tätig wird, um solche zu schaffen. Das geht über Kindergärten und Kindertagesstätten, bis zu Elternwohngemeinschaften und Care-Share-Bündnissen. Reichliches Adressenmaterial informiert darüber, welche Verbände, Initiativen, Ministerien und andere Institutionen weitere, spezielle Auskünfte oder Unterbringungsmöglichkeiten anbieten.
Doch geht es dabei nicht nur um die Unterbringung der Kinder sondern auch darum, wie und wo die Kleinen täglich satt werden. Dabei behandelt die Autorin außerdem die Frage, wie man für eine gesunde Ernährung sorgen kann, auch wenn man den Nachwuchs nicht täglich selbst bekocht.
In weiteren Kapiteln finden sich Tips zur optimalen Organisation des eigenen Haushalts und Einkaufs, damit das Sattwerden der Familie nicht zum alleinigen Freizeitfresser wird. Dazu gibt es Rezepte, Anregungen, wie man Tiefgefrorenes zu vollwertigen und wohlschmeckenden Mahlzeiten aufpäppelt oder wie man Kaltes so zusammenstellt, daß es zur Lieblingshauptspeise wird. Auch finden Sie in diesem Buch einen kleinen Hilf-mit-Fahrplan für Kinder, der Ihnen zeigt, wann und wie ein Kind lernen kann, bei der Zubereitung der Speisen mitzuhelfen.
Im beiliegenden Heftchen Kinder-Mahlzeit wurden Rezepte von Kindern zwischen 4 und 14 Jahren zum Nachkochen zusammengetragen. Es zeigt eine Menge Möglichkeiten auf, was sich tun läßt, wenn mal eine Zutat fehlt. Die Autorin gibt den Kindern auch Tips, die eigentlich nur große, erfahrene Köche kennen werden.
Alles in allem ist Mahlzeit, Kinder! für die angepeilte Zielgruppe ein recht hilfreiches Buch. Was fehlt, ist der Hinweis, wie man auch das Geldverdienen so organisiert, daß zumindest ein Elternteil jederzeit für den Nachwuchs da ist, wenn er gebraucht wird. Daß viele Möglichkeiten nur in Ballungsgebieten machbar sind, räumt die Autorin zwar selbst ein, meint jedoch, daß auch in ländlichen Gegenden bei der Versorgung der Kinder kein Streß aufkommen muß.
Wenn man ihre Vorschläge jedoch genauer betrachtet und versucht sie nachzuvollziehen, wird man allerdings schnell darauf kommen, daß es zumindest dann, wenn es um mehrere Kinder geht, schon durch die erforderliche Fahrerei die Kinder können dann ja nicht mal eben selbst nach Hause laufen zu beträchtlichen Engpässen kommen dürfte. Als alleinige Entscheidungshilfe, ob es schon Zeit ist, daß beide Elternteile voll berufstätig sein können, dürfte dieses Buch kaum ausreichen.
Bemerkenswert an diesem Ratgeber sind die bisweilen recht ungewöhnlichen Ideen der Autorin. Nicht jeder kommt so ohne weiteres auf den Gedanken, sich mittags mit seinen Kindern zu treffen, um gemeinsam in einer Kantine essen zu gehen. Oder mit anderen Eltern zusammenzuziehen, um sicherzustellen, daß jederzeit jemand für die Kinder ansprechbar ist. Auch die Vorschläge, wie man den Nachwuchs dazu bringt, immer mehr bei der Essenszubereitung zu helfen und damit selbständiger zu werden, sind zumindest einen Versuch wert.
Somit ist Mahlzeit, Kinder! jedem zu empfehlen, der nicht damit einverstanden ist, daß ein Leben mit Kindern unbedingt in Streß ausarten muß. Und wenn es auch nur ein Hinweis ist, der dazu führt, mehr Zeit für die Kleinen selbst und nicht nur für ihre Unterbringung und Ernährung zu haben, oder wenn es dazu verhilft, den Alltag etwas gemütlicher zu gestalten, ist das Buch schon seinen Preis wert.