(mp) Es geht hier nicht unmittelbar um den Euro, der uns ja als Bargeld voraussichtlich noch bis anfangs 2002 erspart bleibt, außer man sitzt im drängelnden Frankreich ein, wo ein verurteilter Betrüger schon jetzt dazu verpflichtet wurde, seine vom Gericht aufgebrummte Geldstrafe im neuen Esperanto-Geld abzudrücken.
Es geht vielmehr um die guten alten Währungen der EU-Länder, deren Tage nun gezählt sind. Und hier haben wir einen äußerst wertvollen Spartip für Sie:
Es ist doch gut zu wissen, daß seit Anfang Januar 1999 alle Zentralbanken der EU-Länder laut Artikel 52 des Maastricher Vertrags dazu verpflichtet sind, Banknoten jedes der anderen 10 Länder ohne Wechselgebühr in landeseigene Währung umzutauschen.
Es gibt zwar Zentralbanken, die das nur sehr ungern tun, beispielsweise die in Dublin. Dort wird der Geldwechselkunde gelinde gesagt widerwillig und unhöflich bedient. Die Bank hat die Öffentlichkeit wohlweislich nicht über das neue Angebot informiert, und in den heiligen Hallen der ansonsten nur mit Regierungsämtern dealenden Bank wird zuerst versucht, den lästigen Kleinkunden wieder loszuwerden: Wir sind eine Regierungsbank. Wir haben keine Wechselstube.
Wer aber nicht nachläßt, wird schlußendlich mit einer Kundenkarte
ausgestattet und nach längerer Wartezeit von einem Sicherheitsbeamten in den ersten Stock geführt, wo er unter dessen Aufsicht sein Geld in inländische Währung umtauschen kann. Nach der Transaktion muß der unerwünschte Kunde seinen Namen und seine Adresse handschriftlich hinterlegen, und er wird grimmig darauf aufmerksam gemacht, daß überall im Gebäude Videokameras installiert sind.
Für FRF 400 hat man beispielsweise IEP 48.03 bekommen. Bei der Bank of Ireland, die nur wenige Schritte entfernt ist, wären es nach Abzug der Gebühr von IEP 1.08 nur noch 46.95 irische Punt gewesen.
Andere Länder, andere Sitten:
Bei der belgischen Zentralbank in Brüssel wird man in der Hauptschalterhalle, in der das Angebot groß ausgeschildert ist, von einem mit Euro-Krawatte geschmückten Angestellten freundlich und zuvorkommend bedient. Für 50 irische Pfund bekommt man (ohne sich darob gleich in die kriminelle Ecke gedrängt zu fühlen) BEF 2.561. Am Bahnhof wäre für die gleiche Transaktion schon als Grundgebühr IEP 2.95 flöten gegangen.
Wohlgemerkt: Vom gebührenfreien Geldwechsel kann man nur in den Zentralbanken profitieren; nicht an jeder beliebigen Bank, nicht an Bahnhofschaltern, nicht bei Reiseagenturen und auch nicht in irgendwelchen anderen Wechselstuben.