StartseiteSTART Portalseite PORTALE HotNews hier! Nur für Abonnenten ABO Suchen SUCHE Wir über uns - nebst Impressum WIR Online bestellen kinderleicht ORDER Email an uns EMAIL USA Shopping Center  Shopping USA
    Gesamtindex [ver. 03.04.03) vom [2005-11-23]  © 1996-2007 copyright by Verlag Ralph Tegtmeier Nachf. URL: http://confidenz-depesche.com Seitenende






    BigBrother

    Wer “aaah!” sagt, wird zum Fußgänger


    (mp) Denunzianten sind seit jeher noch in jedem Staatsgebilde und unter allen politischen Herrscherkasten beliebte und gehätschelte Leute. (Vgl. auch Editorial Der Denunziantenstaat.) Um Herrschaft über den Menschen ausüben zu können, braucht man freilich hinreichend Informationen über ihn. Und wer besitzt die meisten Informationen? Derjenige, dem die Leute vertrauen, der in einem wie auch immer gearteten Vertrauensverhältnis zu ihnen steht.

    In Honolulu (USA) sollen die Ärzte nunmehr moralisch dazu verpflichtet werden, Patienten, die ihrer Meinung nach (beispielsweise wegen medikamentöser Behandlung) nicht mehr als verkehrssicher gelten, umgehend beim Verkehrsministerium anzuzeigen. Dort soll dann über die Verkehrstüchtigkeit des Fahrers entschieden und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. In Erwägung gezogen wird dabei außer dem (eventuell zeitlich befristeten) Ausweisentzug auch die Einschränkung der Fahrerlaubnis. Dem Fahrer kann also etwa die Auflage gemacht werden, daß er auf schnellen Straßen (Highways) nichts zu suchen hat, daß er zu Stoßzeiten oder zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang sein Fahrzeug nicht lenken darf. Wenn er eine ernsthafte Bedrohung für sich selbst und für die Öffentlichkeit darstellt, muß zum Schutze aller gehandelt werden. So jedenfalls will es die AMA (American Medical Association's Council of Ethical and Judical Affairs).

    Nicht nur, daß dadurch das Vertrauen der Patienten gegenüber ihren behandelnden Ärzten irreversibel zerstört wird, da wird auch der Ärzteschaft von Seiten der Behörde ein gehöriger Schuß vor den Bug gesetzt. Einerseits wird der Arzt verpflichtet, die Fahrtüchtigkeit seiner Patienten zwar zu beurteilen und die Fahruntüchtigkeit zu melden, anderseits aber wird ihm seine Urteilsfähigkeit gleich wieder abgesprochen. Denn de facto werden damit die Beamten des Verkehrsministeriums zur Überwachungsinstanz der ärztlichen Diagnosefähigkeit promoviert. Dazu kommt zu allem Überfluß noch die Ermahnung der AMA, den Patienten nicht mehr Drogen zu verschreiben als unbedingt nötig sind.

    Gesetzt den Fall, es käme tatsächlich zu vehementen Gegenreaktionen oder sogar zu Verweigerungen von Seiten der Ärzte, ist anzunehmen, daß aus der moralischen Pflicht so schnell wie möglich eine rechtliche gemacht würde – selbstverständlich mit den entsprechenden Strafandrohungen bei Unterlassung bzw. Verstoß gegen die dann installierte Meldepflicht.

    Ja, gebraucht werden sie, die Denunzianten – ob geliebt oder nicht. Nur ans Hätscheln denkt man schon lange nicht mehr. Zwangsverpflichtung ist eben allemal billiger.



    Seitenanfang Roter Faden nur Abonnenten nur
    Abonnenten

    [cd9901bb02.html]